18. März 2003
Comparative State Feminism: Problemstellungen, Methoden
Sitzungsprotokoll
von Susanne Kimm
Klärung und Diskussion einiger wichtiger Begriffe:
Women's Policy Machinery: "...any structure established by government with its main purpose being the betterment of women's social status." (S.3) Beispiele hierfür sind: Ministerien, Abteilungen, Staatssekretariate, Frauenbüro der Stadt Wien, (Parlaments-) Ausschüsse, Frauenreferat der ÖH, Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen, öffentliche Beratungseinrichtungen (z.B. Interventionsstellen gegen Gewalt)
centalized cross-sectoral approach: "Centralized" bedeutet hier vergleichsweise hoch angesiedelt in der staatlichen Hierarchie, wie beispielsweise ein Ministerium. "Cross-sectoral" bezieht sich auf Querschnittsaufgaben, z.B. Frauenbelange in allen Ministerien durchzusetzen.
Staatsfeminismus (State Feminism): Um diesen Begriff zu definieren, wird er in seine Bestandteile zerlegt.
Feminismus:
- transformativ: wissenschaftliche Richtung, die etwas an der Stellung von Frauen verändern will
- Methode, die bestehende Verhältnisse hinterfragt
An der Definition im Text (S. 16) kann u.a. kritisiert werden, dass sie eurozentristisch ist ("women as a group"), oder dass Transgender-Personen ausgenommen sind. Im Text wird eine relativ enge und daher handhabbare Definition verwendet. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten der Eingrenzung: z.B. Wer bezeichnet sich selber als feministisch? oder: Es werden eigene Kriterien der Eingrenzung definiert, z.B. nur autonome Gruppen zu untersuchen.
Was den Staat betrifft, klären McBride Stetson und Mazur das Verhältnis zur Zivilgesellschaft nicht, so bleibt beispielsweise offen, wie Femocrats mit der Frauenbewegung kooperieren. Abgesehen davon bleibt der Begriff Staat an sich unterbelichtet.
Politische Kultur (political culture):
- von Land zu Land verschieden
- Wie wird Politik gemacht, welchen Stellenwert hat die Regierung, welche Strukturen gibt es? (institutionelle Dimension)
- Welche Erwartungshaltungen hat das Volk? Einstellungen gegenüber der Politik, Denkweise der BürgerInnen darüber, wie Politik funktioniert bzw. funktionieren soll. (subjektive Dimension) z.B. staatszentriert vs. non-state, autoritär vs. selbstorganisiert
- Gefahr der andro- bzw. eurozentristischen Verwendung