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Nachlese 7. Einheit (21.11.02)
Thesen, Themen und Materialien zur siebten Vorlesungseinheit (21.11.2002)
Ideologie und Ideologiekritik
"Ideologische Meinungen sind ja nicht
einfach [...] falsche Theorien. Dies um so weniger, als ja sogar wahre Aussagen
ideologisch verwendet werden können. [...] Die Wahrheit der Ideologie
(das heißt: die wahre Erfüllung des ihrer Herstellung zugrundeliegenden
Interesses) ist die falsche Praxis. Eine Theorie, die unfähig bleibt,
falsche Praxis einzuspuren oder aufrechtzuerhalten, ist mithin keine 'wahre
Ideologie', sondern nur eine wahre oder falsche Theorie; freilich, gleich ob sie
wahr oder falsch ist, eine falsche aus der Perspektive des
Ideologie-Produzenten. Was nichts nutzt, ist unwahr."
Günther
Anders, Die Antiquiertheit des Menschen II, C.H. Beck, München 1995
[1980], S.190-191
[Nachlese von Thomas Iacopino]
Inhalt:
1 Überblick
1.1 Zur Geschichte des neuzeitlichen Ideologiebegriffs
1.2 Francis Bacon
1.3Die Ideologenschule
1.4 Marx und Engels
1.5 Ideologiekritik im 20. Jahrhundert
2 Links zum Thema
1 Überblick
Diese Nachlese gibt einen groben Überblick über die verschiedenen
Ideologiebegriffe, die für den Ansatz der Idoeologiekritik relevant sind.
Die Ideologiekritik ist, wie die Hermeneutik oder die Diskursanalyse, ein
Interpretationsansatz der Humanwissenschaften.
Die Ideologiekritik geht davon aus, dass die Wahrnehmung der
gesellschaftlichen Realität durch Ideologien verdeckt wird. Der Ansatz der
Ideologiekritik will somit den Blick für die "wahren" Verhältnisse frei machen,
indem er die verblendende Ideologie als solche benennt.
Die praktische Ideologiekritik könnte also wie folgt aussehen:
Ein Text
wird auf seine Interessensgeleitetheit hin befragt und diese, oftmals
verborgenen und nicht klar ausgesprochenen Interessen, werden sichtbar
gemacht.
So können z.B. Parteiprogramme ideologiekritisch analysiert werden,
indem "hinter" den Programmpunkten die Absichten oder Interessen erkannt und
aufgezeigt werden.
Der Ideologiebegriff, den der Ansatz der Ideologiekritik voraussetzt, ist ein
negativer: Im Sinne Bacons als "Irrung" oder "Täuschung" des Geistes, im Sinne
Napoleon Bonapartes als "unnützer und praxisfremder" Begriff, im
marxistischen/neomarxistischen Sinne als "falsches Bewusstsein"
verstanden.
Dieser Begriff der Ideologie trägt die Bacon'sche Hoffnung in
sich, dass es ein Wissen ohne Irrtum und Trugbilder geben könne. Die Ideologie
ist in dieser Sichtweise die Grenze, hinter der sich die Wahrheit
befindet.
Etwas überspitzt formuliert: Wahrheit wird nicht als Produkt von
Wissenschaft verstanden, sondern als "bereits vorhandene" Wahrheit, die
lediglich durch gesellschaftliche oder ökonomische Determinanten verschüttet
wurde.
Die Position der Ideologiekritk wäre somit "ausserhalb" der
Produktion von Wahrheit angesiedelt. Die Macht liegt in dieser Sichtweise bei
"jenen" die die Wahrheit verschleiern, die Ideologiekritik sieht sich auch in
diesem Punkt nicht eingebunden in die Macht, sondern wiederum "ausserhalb"
stehend.
Es zeigt sich somit bereits, dass der Ansatz der Ideologiekritik von der
Bedeutung des Ideologiebegriffs abhängt. Der Ideologiebegriff selbst ist aber
keineswegs eindeutig zu definieren. Seine Bedeutung ändert sich einerseits in
der Wertung, dh. eher negativ oder neutral besetzt, andererseits in der
Bedeutung selbst, etwa im Sinne der Ideologenschule als "Lehre der
Ideen".
Der Begriff der Ideologie steht heute alltagssprachlich für das
Denk-, Wertungs- und Normensystem einer Gesellschaft. Im pejorativen Sinne wird
unter Ideologie Weltfremdheit und Dogmatismus verstanden. Gesellschaftliche
Probleme werden auf wenige Ursachen zurückgeführt und demgemäß "einfache"
Lösungsvorschläge unterbreitet.
Um die Möglichkeiten und Grenzen des
Ideologiekritischen Ansatzes zu verstehen, gilt es zunächst den Begriff der
Ideologie zu klären. Ein nicht einfaches Unterfangen, denn der Begriff weist
keineswegs eine einheitliche Bedeutung auf.
1.1 Zur Geschichte des neuzeitlichen
Ideologiebegriffs
Die Entstehung des "Ideologieproblems" ist historisch eng mit den Emanzipationsbestrebungen des frühen europäischen Bürgertums verbunden:
Mit dem Zerfall der mittelalterlichen Ständegesellschaft und der Erosion ihrer festen, religös fundierten Wert- und Legitimationsstruktuen sowie dem Aufblühen einer "neuen Wissenschaft" in der Renaissance richtete sich allmählich die Aufmerksamkeit auch auf soziale und politische Funktionen von Meinungen und Vorstellungen.
Parallel zur Entwicklung der kapitalistischen Geld- und Marktwirtschaft gingen auch Zirkulation und Austausch von (politischen) Ideen einher.
Bildung (bislang Privileg von Priestern und Mönchen) wurde säkularisiert und von einer neuen humanistischen Gelehrtenschicht getragen.
Naturwissenschaftliches Denken als systematisches, auf Empirie gegründetes Erkennen erhielt gegenüber scholastischen Spekulationen den Vorrang.
Das Verhältnis von Theorie und Praxis gestaltete sich nun völlig neu: Theorie und Kontemplation hatten in der griechischen und mittelalterlichen Philosophie einer menschlicher Praxis überlegenen Sphäre angehört. Nunmehr aber wurden sie (auch) auf ihren praktisch verwertbaren Erkenntnisgehalt hin befragt.
Die metaphysischen Tendenzen der Philosophie stießen nun vermehrt auf
Skepsis. Die Trübung des Denkens durch "Idole" wurde thematisiert und
kritisiert: Da "wahre Erkenntnis" als durch Trugschlüsse und Idole verstellt
wahrgenommen wurde, galt es zunächst, diese Trugbilder zu erkennen, um sie
vermeiden zu können.
1.2 Francis Bacon
Francis Bacon (1561 -1626) forderte im "Novum Organum" (1620)
eine vorurteilsfreie, auf Erfahrung gegründete Wissenschaft. Scharf kritisierte
er daher "Götzenbilder und falsche Begriffe", die den Geist "besetzt" halten, so
daß "die Wahrheit nur schwer einen Zutritt findet".
Bacon stellt im Novum
Organon vier "Idole" als Quelle menschlichen Irrtums vor:
Idola
tribus: Trugbilder des menschlichen Stammes. Irrtümer, zu die uns die
menschliche Natur verführt. Umschrieben werden kann das einfach mit "Irren ist
menschlich" oder "Wir sehen, was wir sehen wollen".
Idola
specus: Trugbilder der Höhle. Zu dieser Bezeichnung gelangt Bacon in
Anlehnung an Platons Höhlengleichnis. Irrtümer, die aus der Lage und
Verfasstheit des einzelnen Individuums entstehen.
Idola
fori: Trugbilder des Marktes. Irrtümer, die aus dem
"Zwischenmenschlichen" hervorgehen - also gesellschaftliche Trugbilder. Auch und
gerade die Sprache wird hier als "Fehlerquelle" erkannt.
Idola
theatri: Trugbilder des Theaters. Irrtümer, die aus den überlieferten
Lehrsätzen entstehen. Nicht die Wissenschaft, sondern die Fabel oder das
Theaterstück setzen sich durch.
Menschliche Irrtümer haben also, laut Bacon,
vier Quellen: Die Gattung, das Individuum, die Gesellschaft, die Tradition.
Bacons "Idolenlehre" bildet eine Vorstufe der Aufklärungsphilosophie. In
der Bacon'schen Forderung nach einer verläßlichen wissenschaftlichen Methode des
Forschens nach Wahrheit steckt bereits die Wendung zur praktischen Funktion von
Theorie. Bacon hat der Aufklärungsphilosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
entscheidende Impulse gegeben.
1.3 Die Ideologenschule
Der Begriff "Ideologie" wurde erst 1796 von Antoine Louis Claude Destutt de Tracy (1754-1836) als Bezeichnung für eine neue Wissenschaft von den Ideen gepägt. Destutt de Tracy gehörte mit E.B. de Condillac, P.J.G. Cabanis und A. Helvétius zu einer Gruppe von Philosophen, die auch als Ideologen bezeichnet wurden. Napoleon kritisierte die Ideologen seiner Zeit als Visionäre und Tagträumer. Diese kritische Charakterisierung der Ideologen ist der Ursprung einer bis heute verbreiteten negativen oder pejorativen Konnotation des Ideologiebegriffs.
Der Ideologiebegriff der Ideologenschule ist weit entfernt vom heutigen
(negativen) Wortgebrauch. Ihr Ziel war über eine Wissenschaft der Ideen
(Vorstellungen) eine Klassifikation der Welt zu erreichen. Zentraler
Ausgangspunkt der Ideologie in diesem Sinne ist die Sprache - so ist es nicht
verwunderlich, dass Destutt de Tracy sich in seinem vierbändigen Werk "Éléments
d'idéologie" weniger mit Politik, als vielmehr mit Grammatik beschäftigte. Die
Vorstellung der Ideologen sah das Denken als "Empfinden" an (dieser Auffassung
diametral gegenüber steht das dualistische Konzept Kants, das sich gegenüber dem
sensualistischen Modell durchsetzen wird).
Die Ideologen waren auch in das
Projekt der alphabetischen Enzyklopädie (Encyclopédie, ou dictionnaire
raisonné des sciences, des arts et des métiers) eingebunden.
1.4 Marx und Engels
Der klassische Ideologiebegriff wird durch Marx und Engels geprägt. Der Ideologiebegriff hat in der Verwendung durch Karl Marx (1818 - 1883) und Friedrich Engels (1820 - 1895) bereits eine eindeutig kritisch-negative Bedeutung.
In den sog. "Frühschriften", insbesondere der "Deutschen Ideologie" (1845/46), entwickeln Marx und Engels ein Konzept von Ideologie als "falsches" Bewußtsein, das heißt der (ökonomischen) Wirklichkeit nicht entsprechend. Dieses "falsche Bewußtsein" täuscht die Individuen über ihre Lebensverhältnisse und lähmt ihre politische Kraft. Damit wird, reaktionslos, die Macht der herrschenden Klasse gestützt.
Ihre berühmte Definition: "Die Produktion der Ideen, Vorstellungen, des Bewußtseins ist zunächst unmittelbar verflochten in die materielle Tätigkeit und den materiellen Verkehr der Menschen, Sprache des wirklichen Lebens. Das Vorstellen, Denken, der geistige Verkehr der Menschen erscheinen hier noch als direkter Ausfluß ihres materiellen Verhaltens. [...] Wenn in der ganzen Ideologie die Menschen und ihre Verhältnisse wie in einer Camera obscura auf den Kopf gestellt erscheinen, so geht dies Phänomen ebensosehr aus ihrem historischen Lebensprozeß hervor, wie die Umdrehung der Gegenstände auf der Netzhaut aus ihrem unmittelbar physischen." (Karl MARX/ Friedrich ENGELS, Die deutsche Ideologie, Berlin 1953, S. 22)
Die Ideologien sind hier die falschen Vorstellungen, die der "materielle Verkehr" den Menschen eingibt.
Der Marxsche Ideologiebegriff hat drei Wurzeln:
+ Kritik an Hegels Staatsphilosophie (an Hegels Versuch, den Gegensatz von Vernunft und Wirklichkeit mittels des philosophischen Begriffs aufzuheben)
+ Kritik an Feuerbachs Anthropologie (an Feuerbachs Reduktion der religiösen Vorstellungswelt auf das Wesen des Menschen, das es als abstraktes, von gesellschaftlichen Prozessen losgelöstes eben nicht gibt)
+ Kritik an der klassischen Nationalökonomie (an der Arbeitswerttheorie von Adam Smith und David Ricardo, in der die ökonomischen Formen des Kapitalismus als Naturformen menschlicher Produktion verstanden werden)
Der Hegelianismus galt Marx als die höchste Form idealistischen Denkens. Er wollte daher mit seiner Kritik den illusionären Charakter einer bloß "theoretischen Revolution" aufzeigen, die sich nach vollzogener Kritik an begrifflichen Konstrukten "zur Ruhe begibt". Die Ideologiekritik kann also nicht mit der blossen Erkenntnis des "falschen Bewußtseins" beendet sein, sondern muss auch an den gesellschaftlichen/ökonomischen Ursachen rütteln.
Zugleich wollte Marx die Notwendigkeit der idealistischen Theoreme und ideologischen Begriffskomplexe aus den gesellschaftlichen Verhältnissen, im speziellen aus den deutschen Zuständen erklären.
Geschichte erscheint bei Hegel als ein Werk von Ideen ("Weltgeist") und nicht
als Ergebnis konkreten Handelns von Menschen. Diese Verkehrung im Bewußtsein der
deutschen Ideologen ist für Marx theoretischer Ausdruck einer realen Verkehrung
in der kapitalistischen Warengesellschaft:
· In ihr haben sich Produktion
und Reproduktion materiellen Lebens - im Verhältnis zu den Bedürfnissen der
Menschen - verselbständigt. Die von den Menschen erzeugten Dinge werden im
Tauschprozeß zu selbständigen Dingen ("Waren"), die einen von der Tätigkeit der
Menschen losgelösten Wert haben.
· Die Gesetze des Marktes erscheinen als naturhafte Gewalten, hinter denen sich freilich gesellschaftliche Machtverhältnisse verbergen.
· Die Wertform der Waren wird nicht Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse, sondern als Eigenschaft der Dinge erfahren ("Fetischisierung" der Warenwelt). In Analogie werden die Produkte menschlichen Denkens (Ideen) zu selbständigen Mächten verdinglicht, die die Geschichte zu lenken scheinen.
Die Marxsche Ideologiekritik besteht nun darin, die fetischisierten ökonomischen Formen und die scheinbar autonomen Ideen auf ihren spezifisch menschlichen, d.h. gesellschaftlichen, Ursprung hin zu analysieren. Sie geht davon aus, daß allein Menschen Träger der historischen Entwicklung sein können. Diese Zusammenhänge zu durchschauen, anzuprangern (und damit auch schon politisch zu bekämpfen) heißt im Sinne von Marx und Engels Ideologiekritik zu betreiben.
In der Theorie der Ideologien erscheint die marxistische Theorie wenig
konsistent. So haben etwa Lenins und Marx' Definition von Ideologie kaum etwas
miteinander zu tun. Für Lenin waren Ideologien Ideensysteme bzw. Theorien, die
die Protagonisten des Klassenkampfs für ihre Zwecke benutzen. Das hat mit der
Marxschen Definition wenig gemeinsam.
1.5 Ideologiekritik im 20. Jahrhundert
Das Konzept der Ideologiekritik wird im 20. Jahrhundert von zahlreichen westeuropäischen Neomarxisten aufgenommen; so von Ernst Bloch (Geist der Utopie, 1918), von Georg Lukács (Geschichte und Klassenbewußtsein , 1923) und von den Begründern der sog. "Frankfurter Schule", Max Horkheimer und Theodor W. Adorno (Dialektik der Aufklärung, 1945), dem Mitglied der "Frankfurter Schule" Herbert Marcuse (Beiträge zur Phänomenologie des Historischen Materialismus, 1928). Die "Kritische Theorie" hat auf Grund der historischen Erfahrungen mit einer "totalen" Ideologie und einer totalitären gesellschaftlichen Entwicklung den Maßstab ihrer Ideologiekritik nur noch aus der Negation des bestehenden Verblendungszusammenhanges zu gewinnen vermocht. Über die neomarxistische "Kritische Theorie" wurde Ideologiekritik - besonders durch Jürgen Habermas, seinerseits "Schüler" der "Frankfurter Schule", um 1968 auch in die Hermeneutik-Debatte eingeführt.
Nach 1945 gab es einen starken Trend gegen jede Art der Ideologisierung
im Sinne einer umfassenden Weltanschauung. Der "kritische Rationalismus" wandte
sich gegen die Ausweitung und Übertragung von wissenschaftlich oder sonstwie
begründeten Teilaussagen auf die gesamte Lebenswelt (Karl R. Popper, H. Albert).
Die Skepsis gegenüber politischen Programmatiken nahm deutlich zu, so wurde das
"Ende der Ideologien" (Shils, Bell) beschworen.
2. Links zum Thema:
Eva Kreisky über den Verschleiß des Utopischen im 20. Jahrhundert:
http://www.oezp.at/oezp/aktuell/2000_1.htm
Ideologiekritik in der Literaturwissenschaft:
http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/hermeneutik/ideologiekritik.htm
Ideologie/Ideologiekritik
in der Semiotik:
http://www.uni-kassel.de/fb8/privat/noeth/handbuch/VII/VII5IDEO.DOC
Bacon's "Novum Organum":
http://www.constitution.org/bacon/nov_org.htm
Bacon
"Essays":
http://darkwing.uoregon.edu/~rbear/bacon.html
Über Destutt de Tracy:
http://cepa.newschool.edu/het/profiles/tracy.htm
Destutt
de Tracy "Éléments d'idéologie I":
http://gallica.bnf.fr/Fonds_Frantext/T0088155.htm
Einführender
Text zur Enzyklopädie:
http://www.geocities.com/tillbergner/dde.html
Friedrich
Nietzsche [Texte - Übersicht]:
http://www.gutenberg2000.de/autoren/nietzsch.htm
Rezension über Hyondok Choe's "Ideologie. Eine Geschichte der Entstehung
des gesellschaftskritischen Begriffs":
http://iasl.uni-muenchen.de/rezensio/liste/ertler.htm
Karl
Marx-Friedrich Engels "Die deutsche Ideologie":
http://www.mlwerke.de/me/me03/me03_009.htm
Jürgen Habermas "Hermeneutische und analytische Philosophie -
Zwei
komplementäre Spielarten der linguistischen Wende":
http://www.radiobremen.de/online/habermas/hermeneutik.pdf