Dr. Birgit Sauer, Institut für Politikwissenschaft - Universität Wien
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Aktuelles

 

Workshop
des Instituts für Politikwissenschaft, Universität Wien

Vermarktlichung von Gefühlen
(Commodification of Emotions)



Wann: Freitag8. Oktober 2010
Wo: Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM)
1090 Wien, Spittelauer Lände 3

***
9.30 – 10.30
Keynote: Prof. Dr. Sighard Neckel, Universität Wien
Kapitalismus der Gefühle: das (missverständliche) Beispiel der Gier

11.00 – 13.00
Prof. Dr. Ulrich Bröckling, Universität Leipzig
Governing (by) Emotions. Zur Gouvernementalität der Gefühle
Prof. Dr. Gertraude Krell, Freie Universität Berlin
Management, Emotionen und Geschlecht
 
Discussant: Prof. Dr. Birgit Sauer

15.00-17.00
Prof. Dr. Daniela Rastetter, Universität Hamburg
Emotionsarbeit im Dienstleistungsbereich
Prof. Dr. Hildegard Maria Nickel, Humboldt-Universität Berlin
Subjektivierung, Vermarktlichung und Geschlecht
 
Discussant: Dr. Otto Penz

***
Wo: Kassensaal der Österreichischen Nationalbank
Otto-Wagner-Platz 3, 1090 Wien

19.00-21.00
Keynote: Prof. Dr. Arlie Hochschild, University of California Berkeley
Emotional Capitalism: intimate life in market times

Anmeldung unter: katharina.hajek@univie.ac.at

weitere Informationen folgen...

 

 

 

Workshop
Critical Governance,
Governmentality and Gender

 

Wann: Samstag, 29. Mai 2010, 9.30 - 16.30 Uhr
Wo: Konferenzraum (A 0222), Institut für Politikwissenschaft
Universitätsstraße 7, 1010 Wien

Programm

*** Achtung: Programmänderung! Beitrag von Prof. in Brigitte Kercher muss leider entfallen. ***

09.30 bis 10.00
Welcome by Birgit Sauer and Stefanie Wöhl

10.00 bis 11.30
Prof.in Dr.in Shirin Rai (Warwick)
Agency, Injury and transgressive Politics
in NeoliberalTimes


12.00 bis 13.30
Dr.in Helen Schwenken (Kassel)
Gender & Knowledge in the
Global Governmentalities of Migration


15.00 bis 16.30
Dr.in Christine Löw (Kassel)
Spectralization of the rural & the reproductive body of
Third World Women - Postcolonial feminist perspectives
on recent developments in Biocapitalism

Die Politikwissenschaft ist einerseits seit knappen zehn Jahren darum bemüht, Governance zu einem neuen politikwissenschaftlichen Paradigma aufzuarbeiten. Governance hat in diesen Debatten eine normative Dimension (Good Governance), es wird als deskriptives Konzept verwendet; ihm wird aber auch analytische Kompetenz zugeschrieben. Governacne sei also eine Analysekategorie, die in der Lage ist, die Ursachen aktueller Transformationsprozesse von Staatlichkeit zu erfassen. Die Governance-Perspektive soll insbesondere aktuelle Policy-Prozesse und aktuelle politische Entscheidungen erklären – und zwar über eine bloße Steuerungsperspektive hinaus. Governance als ein analytisches Konzept betrachtet – im Unterscheid zu bisherigen Policy-Konzepten – nicht nur den Entscheidungsmodus „Hierarchie“ (des Staates), sondern weitere Modi des Entscheidens in Netzwerken (z. B. public-private-cooperation). Diese Ausprägung der Governance-Debatte deutet darauf hin, dass damit aktiv das Verhältnis von Staat, Gesellschaft und Ökonomie, von öffentlich und privat also, re-definiert wird. Taugt also das Konzept Governance überhaupt als ein kritischer Begriff, dem es darum geht, Macht- und Herrschaftsverhältnisse, Ungleichheitsverhältnisse und Marginalisierungen zu analysieren zu kritisieren und zu beseitigen?
Mit der Idee der Gouvernementalisierung des Staates hat Michel Foucault andererseits eine Analyseperspektive vorgeschlagen, die Macht und Subjektivität ins Zentrum des Konzepts des Regierens rückt. Ihm und an ihn anschließende „Studies on Governmentality“ ging es darum zu zeigen, wie Macht-Wissen-Komplexe zu einer staatlichen Steuerung beitragen, in denen vielfältige Dimensionen von Macht und Herrschaft Subjekte disziplinieren, sie aber auch überhaupt erst konstituieren: Normierung, Normation und Normalisierung sind Formen machtvoller politischer Steuerung jenseits und innerhalb politischer Institutionen, die Gesellschaft ordnen, das Zusammenleben steuern und Subjekte „regieren“.
In beiden Theoriedebatten – der Governance wie auch der Gouvernementalitätsdebatte – ist eine Theoretisierung von Geschlechterverhältnisssen an der Schnitstelle zu anderen Ungleichheitsdimensionen erst am Beginn. An dieser Leerstelle möchte der Workshop anknüpfen. Im Workshop sollen unterschiedliche Herangehensweisen zu Governance und zu Gouvernementalität aus einer Geschelchterperspektive bzw. mit Sicht auf Geschlechterverhältnisse diskutiert werden.