Governance and Government
Die Lehrveranstaltung findet immer dienstags von 13:15 - 16:30 Uhr im Seminarraum I (A228) im NIG statt.
Mit der Transformation von (National-)Staaten stellt sich die "demokratische Frage" neu, garantierte doch bislang der Nationalstaat demokratische Rechte – zumindest in europäischen Staaten – auf der Basis partiellen sozialen Ausgleichs. Der Abbau von Sozialstaatlichkeit im Kontext neoliberaler Globalisierung und die Reduktion staatlicher Souveränität im Zuge von politischer Internationalisierung bergen eine Gefährdung von Demokratie. In jüngster Zeit machte nun ein Demokratie verheißendes Konzept politische und politikwissenschaftliche Karriere: Neue Formen politischer Willensbildung und Entscheidung auf internationaler wie auf nationaler und lokaler Ebene unter dem Label "Governance" (Regieren), im Unterschied zu "Government" (Regierung), nähren die Hoffnung auf nicht-hierarchische, partizipative Politikformen und mithin eine "Neuerfindung" von Demokratie im internationalisierten Staat. Das Konzept "Governance" ist in der Politikwissenschaft sowohl in seinem normativen Gewinn ebenso wie in seiner analytischen Solidität umstritten. Das Forschungspraktikum möchte zum einen durch intensive und kritische Lektüre aktueller Texte um Governance vs. Government zu einer differenzierten Einschätzung des Konzepts kommen. Darüber hinaus soll die analytische Qualität des Konzepts "Governance" an aktuellen politischen Beispielen bzw. Problemstellungen und Lösungsansätzen überprüft werden.
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